Zum Ventriloquismus-Effekt in realer und virtueller Hörumgebung Bernhard Seeber AG Technische Akustik, MMK, TU München Der Ventriloquismus-Effekt bezeichnet die Beeinflussung der wahrgenommenen akustischen Richtung durch räumlich benachbarte visuelle Objekte. So dominiert die visuelle Richtung des Mundes der Puppe eines Bauchredners die akustische Richtung der Sprache, die am Ort des Puppenmundes wahrgenommen wird. Zur Untersuchung der Beeinflussung der akustischen Richtungswahrnehmung durch visuelle Ereignisse wurde eine Lichtzeigermethode verwendet, die sich durch eine hohe Anzeigegenauigkeit bei intuitiver, schneller Bedienung auszeichnet (Seeber, DAGA 2001). Untersucht wurde der Einfluß von visueller Fixation auf verschiedene akustische Richtungen in der Horizontalebene im Bereich des Blickfeldes. Die akustische Richtungsdarbietung wurde dabei folgendermaßen variiert: (1) Schalldarbietung in reflexionsarmer Umgebung, (2) Richtungsdarbietung mit Kopfhörern unter Verwendung von individuellen HRTFs und (3) Richtungsdarbietung mit Kopfhörern mit Hilfe von individuell-optimal ausgewählten nicht-individuellen HRTFs (Seeber und Fastl, DAGA 2001). Die Lokalisationsergebnisse bei verschiedener Präsentation der Richtungen werden hinsichtlich der visuellen Fixationsrichtung, der angezeigten akustischen Richtung und der Streuung der Anzeige diskutiert. Die Ergebnisse bei visueller Fixation werden verglichen mit Lokalisationsergebnissen ohne Fixation und ohne das Vorhandensein von visuellen Objekten (vgl. Seeber, DAGA 2002).